In Hänigsen bei Hannover stellte das THW eine neue Einsatzoption auf den Prüfstand. Es ging um Effizienz: Wie ist es möglich, mit einer Kombination aus Motorsägenführern und Baumaschinen effektiv eine Feuerschneise zu schlagen? Zwölf Räumgruppen waren vor Ort, um das Zusammenspiel zu erproben. Auch sieben Einsatzkräfte aus Oldenburg nahmen an der Übung teil.
An vorderster Stelle im Wald fällten THW-Helferinnen und Helfer mit ihren Motorsägen Baum um Baum. Dabei beschleunigte sich der Prozess, weil gleich drei Mobilbagger die sichere Fällung unterstützen. Einer davon aus dem Ortsverband Oldenburg. Sobald ein Baum gefallen ist, griff sich ein Bagger den Stamm und die Ehrenamtlichen schnitten ihn in kleinere Stücke. Diese wurden mit einem weiteren Bagger in die Schaufeln der Radlader geladen, die im Pendelverkehr das Material durch den unwegsamen Waldweg zur Straße brachten. Dort umgeladen auf die insgesamt 15 LKW-Kipper gelang es so, die vielen Kubikmeter Holz binnen weniger Stunden ans andere Ende des Orts Hänigsen in ein Sägewerk zu fahren.
Neue Einsatzoptionen für veränderte Rahmenbedingungen
Die Klimakrise trifft Deutschland hart. Extreme Dürren, Hitzeperioden und Stürme haben den Wald massiv geschädigt. Die Folge: Die Zahl der Tage mit höchstem Waldbrandrisiko steigt deutschlandweit an. Was früher die Ausnahme war, wird zur Regel. Das THW ist als Unterstützungsorganisation gefordert, neue Wege im Katastrophenschutz zu finden.
Fichten, Kiefern, aber auch die neuen Schadschwerpunkte bei Buchen und Eichen sind anfällig. Besonders junge Nadelwälder mit dichtem Unterwuchs sind brandgefährdet. Ein Funke am Bahndamm oder ein heißer Katalysator auf trockenem Gras kann in dieser Lage schneller einen Großbrand auslösen. Die Brände setzen zudem CO2 frei, was den Kreislauf der Erderwärmung weiter antreibt – ein gefährlicher Teufelskreis.
Führungsunterstützung am zweiten Wochenende
Während das erste Übungswochenende aus viel Praxis bestand, starteten zwölf Helferinnen und Helfer aus den Ortsverbänden Oldenburg und Jever mit einem kurzen Theorie-Part in ihren gemeinsamen Dienst. Nach einer Auffrischung zur Lagekartenführung richteten der Zugtrupp des Fachzuges Führung/ Kommunikation aus Oldenburg sowie der Zugtrupp des Technisches Zuges aus Jever ihre mobilen Führungsstellen ein.
Das Szenario: Eine Netzstörung sorgt für einen langanhaltenden Stromausfall im Oldenburger Stadtgebiet. Das THW unterstützt die Feuerwehr aufgrund der zahlreichen Einsätze. Aufgeteilt in ihre Einsatzabschnitte, erhielten die Zugtrupps Aufträge, die es fachgerecht und ressourcenschonend abzuarbeiten galt. Auch mit unvorhergesehenen Lageänderungen mussten die Zugtrupps flexibel in ihrer Einsatzplanung umgehen.