Oldenburg, 13.07.2019

piep, piep, kleiner Satellit

Feuerwehr, Technisches Hilfswerk (THW) und Johanniter-Unfallhilfe (JUH) meisterten gemeinsame Übung. Das Szenario war der Einschlag eines „strahlenden“ Satelliten.

Im All fliegt so mancher Schrott durch die Gegend. Fliegt dieser aus seiner Umlaufbahn, verbrennt dieser normalerweise beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Manchmal jedoch kommt er jedoch in großen Teilen auf die Erde runter und wenn dann noch eine Atom-Batterie mit an Bord ist und der Satellit ein Wohngebäude trifft, ist die Katastrophe komplett. Eine solcher Einschlag stellte die Ausgangslage für die gemeinsame Übung von Feuerwehr, THW und JUH am Samstag dem 13.7.2019 mit über 50 ehrenamtlichen Einsatzkräften dar, welche die Lage über 10 Stunden lang auf dem Oldenburger Fliegerhorst abarbeiteten.


Die Übung wurde gemeinsam von Marc Genschick (Feuerwehr), Markus Lehmann (Feuerwehr) und Daniel Kaszanics (THW) im Vorfeld geplant. Im Jahr 2018 fand die erste gemeinsame Großübung von CBRN-EInsätzen (Chemische/Biologische/<wbr />Radioaktive/Nukleare Gefahren) statt. „Es war uns wichtig, dieses Jahr auch den Umgang mit verletzten und kontaminierten Personen und somit auch den Sanitätsbereich mit in die Übung zu integrieren“, so Markus Lehmann, Zugführer des ABC-Zuges der Freiwilligen Feuerwehr Haarentor darüber hinaus stand im Fokus aus den Erfahrungen im Vorjahr zu lernen. „Im Bereich des Führungsaufbaus und Kommunikationswege haben wir dieses Jahr einige Vorgaben gemacht und konnten dadurch weitaus schneller die Lage abarbeiten als im Vorjahr“, fasste Daniel Kaszanics, Bereichsausbilder für Atemschutz und CBRN des Technischen Hilfswerks zusammen. 


Bei der Übung wurde ein realer Einsatzablauf dargestellt, als erstes vor Ort traf die Feuerwehr Ohmstede ein, stellte die Situation fest und alarmierte den ABC-Zug der Feuerwehr sowie  die Sanitätseinheiten der Feuerwehr und  der JUH. Ab diesem Moment ist Tempo gefragt, die Einsatzkräfte vor Ort gelten als verstrahlt und müssen „freigemessen“ und dekontaminiert werden um wieder den Einsatzort verlassen zu dürfen. Begrenzender Zeitfaktor ist dabei die Atemluft, denn die Einsatzkräfte gehen mit Atemschutzgeräten vor, welche durchschnittlich nur eine Einsatzzeit von 30-40 Minuten erlauben. Die Dekontaminations-Einheit des ABC-Zugs muss daher innerhalb dieser Zeit einsatzbereit sein. Da das Gebäude schwere Schäden aufwies, wurde das Technische Hilfswerk aus Oldenburg und Wilhelmshaven alarmiert welches Mauerdurchbrüche schuf und Abstützmaßnahmen zur Gebäudesicherung vornahm. 


Neben dem positiven Ergebnis des optimierten Einsatzablaufes im Vergleich zum Vorjahr, wurden wieder viele Erfahrungen gesammelt und weiteres Verbesserungspotenzial für die Zukunft identifiziert. So stellt die erschwerte Kommunikation der Einsatzkräfte in den Schutzanzügen noch immer ein Problem dar, wo man jetzt mit einigen technischen Lösungen im kleinen Rahmen experimentieren wird. Darüber wird man gemeinsam mit den Führungskräften der teilnehmenden Rettungsorganisationen bei der Nachbereitung diskutieren. „Ganz abseits der praktischen Übung ist mit der wertvollste Effekt jedoch dass sich die Einsatzkräfte hier vor Ort kennenlernen. Denn es ist Unbezahlbar bei einer realen Schadenslage zu wissen, was die Kameradinnen und Kameraden leisten können um so noch schneller den Menschen zur Hilfe zu kommen.“ stellt das Team der Übungsleitung gemeinsam fest. Oldenburg und die Region sind also bestens auf den Realfall vorbereitet.

 

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