09.04.2018, von Daniel Kaszanics

100.000-Liter Luft für 12 neue Atemschutz-Helfer

Seit dem 15. März 2018 wurden zwölf Anwärter für die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger (AGT) des Technischen Hilfswerks (THW) einer über 40-stündigen Ausbildung unterzogen. Am letzten Wochenende mussten die ehrenamtlichen Helfer nun das Erlernte bei der Prüfung auf einem besonders hergerichteten Übungsgelände des THW und bei der Berufsfeuerwehr Oldenburg unter Beweis stellen.

Im THW Regionalbereich Oldenburg wurden Helfer aus Emden, Jever, Nordenham, Varel, Oldenburg und Westerstede auf die besonderen Herausforderungen der Tätigkeit als Atemschutzgeräteträger vorbereitet. Der Bereichsausbilder für Atemschutz des THW, Daniel Kaszanics führte zusammen mit den

 

Co-Ausbildern Christian Pabst und Alexander Wittmann die Ausbildung an den vergangenen Wochenenden durch. Unterstützt wurden Sie dabei auch von der Johanniter Unfall Hilfe.

Dabei mussten die Helfer an ihre psychischen und physischen Belastungsgrenzen gehen, um sicher zu stellen, dass sie im Einsatzfall einen kühlen Kopf bewahren und die körperliche Belastung bestehen. Denn THW-Helfer und Feuerwehrkräfte müssen im Einsatzfall unter Atemschutz schwerste körperliche Arbeit verrichten, um z. B. durch die Bergung von Gefahrstoffen Bevölkerung und Umwelt zu schützen. Dabei wird ihnen unter Atemschutz eine körperliche Leistung abverlangt, die mit olympischen Höchstleistungen vergleichbar ist. Die staatliche Studie über die „Stressbelastung von Atemschutzgeräteträgern“ (STATT-Studie) belegte, dass alle Probanden der Studie ihre Dauerleistungsgrenze (75% der max. persönlichen Herzfrequenz) überschritten. Somit geht jeder Atemschutzgeräteträger für den Schutz von Leben, Gut und Umwelt ein hohes, persönliches Gesundheitsrisiko ein.

Neben Grundlagen über die Benutzung der Atemschutzausstattung, den Risiken und den Umgang mit Gefahrstoffen sowie das Vorgehen im Ernstfall lernten die Helfer in vielen praktischen Übungen die Herausforderungen des Einsatzes unter Atemschutz kennen. Zum Beispiel mussten diese im Rahmen der sogenannten Dunkelgewöhnung ohne jegliche Sicht ein Einsatzgebiet erkunden und sich auf Tasten, Hören sowie ihre Kameraden verlassen. Insgesamt verbrauchten die Helfer während der Ausbildung über 100.000 Liter „Luft“, welche in Form von Druckluftflaschen aus Stahl mitgeführt wurde.

Beim vergangenen Prüfungswochenende waren die Helfer von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 13 Uhr im Einsatz. Neben der schriftlichen Prüfung mussten Sie dafür Ihre körperliche Belastbarkeit auf der Belastungsteststrecke der Berufsfeuerwehr unter Beweis stellen. Nachdem das vollbracht war, galt es praktisch unter Beweis zu stellen, dass man für den Einsatz bereits ist und selbständig Personen aus Trümmern bergen, Brände bekämpfen, Mauern durchbrechen und verletzte Kameraden retten kann.

Alle zwölf Helfer hatten am Ende bestanden und konnten mit Stolz ihre Prüfungsurkunde und ihren Atemschutzpass entgegennehmen.­­­

Nach dem anstrengenden Prüfungswochenende können sich die Helfer nun etwas erholen – aber nicht lange – denn in Kürze werden sie das Erlernte im Rahmen von Übungen anwenden und ihre Fähigkeiten zur Abwehr von Chemischen, Biologischen, Radioaktionen und Nuklearen Gefahren weiter ausbauen.


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